Drama in mehreren Akten

Wie bereits angekündigt, nun ein Bericht über das volle Ausmaß der Katastrophe.

Der Fensterheber auf der Fahrerseite meines Autos ist ja schon einige Monate defekt. Mal ging er, mal nicht, zum Glück ist er nie verreckt, als das Fenster unten war. Es ist allerdings kein Vergnügen, sich hochschwanger aus dem Auto zu quälen, weil man an der Tiefgarage vor der Schranke steht und wieder mal vergessen hat, daß dieses verflixte Ding nicht geht. Gut, kein lebensbedrohliches Ding, aber vielleicht ein Vorbote der Katastrophe.

Sonntag abends waren wir auf dem Rückweg von den Großeltern. Mama fuhr, auf halber Strecke tönte plötzlich des Gatten Stimme von hinten, ich solle mal dieses ABS-Licht ausmachen… HÄ? Hat Laurin wieder irgendwo drauf gedrückt? Ich suchte und fand den Schalter, drückte, nix passierte.. doch halt: Plötzlich ging das Radio aus, gleich wieder an und das gesamte Armaturenbrett blinkte wie ein Weihnachtsbaum. Kurz darauf funktionierte das Gaspedal nicht mehr, es bremste, wenn ich trat. Ich also rechts rangefahren, Auto aus und wollte wieder starten: NIX. Nicht mal klick gemacht hat es… na super. Wir erinnern uns: Autobahn, sackrabenschwarze Nacht, 2 kleine Kinder im Auto, halbe Strecke nach Hause. Also wollte Männe den ADAC anrufen. Der Hit war, daß sein Handy grad schlapp gemacht hatte, der Akku ist hin, und ich bei dieser Gelegenheit festgestellt habe, daß meine Handtasche noch bei der Oma an der Gardrobe hing *ARGH*. Zufälligerweise hatte ich mein Handy aber in der Hosentasche und Männe konnte damit anrufen. Nur kam er bei der Dunkelheit nicht mit der Tastatur klar und fluchte sehr lästerlich. Warnweste und Warndreieck wurden auch noch schnell aufgestellt. Mittlerweile fing Paula an zu heulen, sie war zu warm angezogen und hatte außerdem Hunger.. naja, stillen im Auto ist eine meiner leichtesten Übrungen, nur ob die Milch geschmeckt hat, so aufgeregt wie ich war? Laurin war jedenfalls ziemlich cool, meine Erklärung, daß das Auto nun kaputt ist, weil er immer ans Armaturenbrett tritt und an den Knöpfen fummelt, hat hoffentlich etwas Eindruck hinterlassen (ich weiß, ich bin gemein.) Sein Kommentar war: Auto geht nicht mehr? Toom fahren, neue Batterie kaufen.. haha.

Dann rief ich meinen Schwager an, der Luftlinie nur einige km weit weg wohnte, der ging glücklichweise auch ans Telefon, denn das ist Sonntag abends auch sonst nicht der Fall. Der liebe Markus holte uns dann auch ab und fuhr uns heim, zum Glück dachte ich noch rechtzeitig daran, Männes Hausschlüssel einzukassieren, damit wir reinkämen, dafür ließ ich ihm mein Handy da.

Witzigerweise kam Micha dann nur 10 Minuten nach uns an, der Mechaniker hatte irgendwie auf der Lichtmaschine rumgekloppt, dann gings wieder, irgendwelche Kohlen seien nachgerutscht, aber man sollte schnellstens in die Werkstatt.. püühhh.. schnell die Kinder ins Bett, ich war mit den Nerven am Ende.

DAS WAR DER HARMLOSE TEIL DER GESCHICHTE!!!

Am nächsten Morgen brachte ich Laurin in den Kindergarten und wollte zu den Schwiegerleuten, meine Tasche holen, denn so ganz ohne Geld, Papiere, Schlüssel und so weiter war mir das nix… an der Ampel leuchtete schon wieder die Batterieleuchte, ich bin dann auf Michas Rat gleich an der nächsten Ausfahrt wieder von der Autobahn runter und Richung Werkstatt gefahren, die Adresse war zum Glück im Navi gespeichert und Micha hat mich dort telefonisch angekündigt und auch nach einem Ersatzwagen gefragt.

Nun war ich grad an der Stelle, wo es von der einen Autobahn auf die andere ging und beobachtete das jähe Ende des Standstreifen neben mir, als plötzlich wieder das Radio ausging usw.. diesmal war auf einen Schlag das gesamte Armaturenbrett tot, Blinker ging nicht mehr, Gas geben nicht, Lenkung ging schwer.. ich hab mir fast in die Hosen gepinkelt, knallrote Rübe bekommen und passend fing Paula auf dem Rücksitz an zu öffzen… Hunger! SCHEISSSEEEEEEEEEEEE. Neben mir ein riesenlanger Holzlaster, und ich mußte auf die linke Spur wechseln auf die andere Autobahn. Anhalten ging nicht, blinken nicht, Gas geben nicht, beim Bremsen hatte ich Angst, daß das Auto stehen blieb.. das war echt eine haarscharfe Sache, ich hab grad noch so die Kurve bekommen. Die nächste Ausfahrt war zum Glück meine… und da verließ es mich, oben auf der Abzweigung auf die Bundesstrasse war das Auto tot. PHEWWWWWWWW… die erstbeste Gelegenheit. Mir sackte erstmal alles in die Knie.

Nun stand ich natürlich voll im Weg, hinter mir staute es sich. Ein netter Autofahrer half mir, das Auto auf den Mittelstreifen zu schieben, Paule heulte mittlerweile. Ich hab die Werkstatt angerufen und meine Lage geschildet. Ob ich noch Garantie hätte? Ging ich mal nach 6 Jahren nicht mehr von aus. Der nächste Mitarbeiter wollte wissen, wo ich stand.. ehrlich gesagt, keine Ahnung vor lauter Schreck. Er wurde dann leicht ungeduldig, was eine gewissen Gnatzigkeit meinerseits zur Folge hatte (außerdem hat der Typ derart genuschelt, daß ich jeden 2. Satz nachfragen mußte) und ich ihn erstmal über meine Situation aufgeklärt habe und etwas näher an Paula rangegangen bin, die es tatsächlich noch schaffte, ihre Lautstärke zu steigern. Der Name der Aussfahrt fiel mir dann noch ein und auf einem Schild konnte ich auch deren Nummer erkennen, aber so viele Autobahnzubringer wirds ja wohl in der Nähe dieses Kaffs nicht geben oder? Er wolle jemanden losschicken.

20 Minuten später kamen sie dann. In der Zeit hat tatsächlich nur ein einziges Auto angehalten und gefragt, ob ich Hilfe brauche, eine Botin von Hermes.. ich schimpfe nie wieder auf diesen Paketdienst. Dabei stand ich wirklich an einer Stelle, wo JEDER anhalten mußte, direkt neben mir.. unglaublich. Ist ja nun auch kein üblicher Parkplatz… aber vielleicht sehen die Bayern das unverkrampfter als wir Hessen.

Für Paula hatte ich zum Glück abgepumpte Milch dabei, die ich ihr bei der Oma geben wollte, die war zwar kalt (ich hatte sie zwar schon leicht angewärmt unter meinem Arm, aber ich bin halt keine Mikrowelle), sie hat auch reklamiert, aber der Hunger trieb es rein und sie war wieder einigermaßen friedlich.

Das Auto wurde dann abgeschleppt, in der Werkstatt gabs dann noch mal bissi Stress, weil ich ja keine Papiere dabei hatte (haha), aber da wir da schon länger Kunde sind und unsere Daten schon im System waren, ging es mit 2 zusammengekniffenen Augen. Ersatzweise hab ich dann einen Fiesta erhalten, 3 Türen.. blöde Fummelei mit den Kindersitzen, wenn man so groß ist wie ich und auf der Rückbank rumpopeln muß mit den zu kurzen Gurten.

Tja.. die Lichtmaschine ist wohl hin, und das wird kein billiges Vergnügen… heut abend ist er wieder flott.. nur der Fensterheber geht dann immer noch nicht, weil sie nicht rechtzeitig den Motor dafür parat haben werden…

Beileidsbekundungen werden dankend angenommen… Mamajongg, katastrophengeprüft bin ich nun.. auf das Erdbeben kann ich vorerst verzichten.

Und auf DEN Schrecken mußte ich mich belohnen/entschädigen…

Wie gut, daß wir ein Wolleschäft im Ort haben, und wie noch besser, daß die kein EC-Gerät haben. Soll mal einen Pulli für mich geben…

schoppel230309

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4 Kommentare zu Drama in mehreren Akten

  1. Bianca sagt:

    mamma mia … das hätte echt ins Auge gehen können … mir ist mal der Zahnriemen gerissen … zum Glück nicht auf der autobahn … plötzlich ging nix mehr am Auto .. ich konnte grad noch rechts ran, das war zum Glück in einem Industriegebiet, nahe unserer Werkstatt. nicht auszudenken, wenn so was passiert auf der Autobahn Überholspur

    also für den Schock hast du wirklich relativ wenig Wolle gekauft.

    liebe Grüße Bianca

  2. Dörte sagt:

    Das ist fast mein Alptraum! Ich vergesse immer mein Handy, aber bei längeren Fahrten habe ich es immer mit. Man hat ja keine Ahnung vom Auto, man fährt es nur. Und wenn man dann an all die Technik denkt, die in neuen Autos steckt…

    Zum Glück ist euch allen nichts passiert!

    Die Wolle war nicht nur Entschädigung, die sieht aus, wie für dich gemacht.

  3. nordicat sagt:

    Ooooh maaan, was für ein Drama !!!! Da wär ich echt hysterisch geworden und/oder hätte nur noch geheult. Da haste dir die Entschädigung für den Stress aber echt verdient !!!! 🙂

    Grüßchen,
    Tine

  4. Jacky sagt:

    Hallo Süsse

    Menno, da hast Du ja wirklich ein Drama erlebt!!! Ich drück Dich ganz fest! Mir blieb schon beim Lesen der Mund offen… Erhole Dich gut von diesem Schock rsp. Schöcke!

    Ganz tolle Wolle hast Du gekauft!:-)))

    Knuddel und Knutschi auch an Deine beiden tapferen Kidis!
    Jacky

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